Da ich selber anfangs Schwierigkeiten beim Einsatz von Sysprep hatte, möchte ich Euch mit diesem Tutorial den Einstieg in die Nutzung des Tools etwas erleichtern. Meine Beschreibungen beziehen sich auf Windows XP SP3 bzw. Windows Vista SP2 (zu finden auf Seite 2). Die Vorgehensweise unter Windows Server 2008 ist analog zu der unter Vista.
[Update: hier gibt es jetzt auch eine Anleitung für Windows 7 / Server 2008 R2]

Was ist Sysprep überhaupt? Oder was ist es nicht? Bei Sysprep handelt es sich nicht um ein Tool zur Sicherung Eures Computers via Image – Sysprep selber kann gar keine Images erstellen. Es ist eher für folgende Problemstellung gedacht: Ihr habt eine große Anzahl (sich in der Hardware ähnelnder) Rechner, die alle mit dem gleichen Betriebssystem und gleicher Software ausgestattet werden sollen. Warum man dafür nicht einfach ein Imageprogramm nehmen kann? Windows generiert bei jeder Neuinstallation eine (theoretisch) eindeutige ID für das System – die SID. Diese sollte aus verschiedenen Gründen wirklich für jede Installation eindeutg sein (mehr dazu in meinem ersten Artikel zu dem Thema). Und genau das realisiert Sysprep (sofern man diese Option wählt). Beim ersten Booten, nachdem das System mit Sysprep vorbereitet wurde, generiert das Tool eine neue SID für die Installation.

Wo finde ich Sysprep? Hier ist schon der erste Unterschied zwischen Windows Vista und XP festzustellen. Während Vista Sysprep schon von Haus aus auf dem Rechner mit installiert, muss man sich bei XP das Tool (und alle dazugehörigen Programme) erst besorgen. Die Datei deploy.cab, welche alle notwendigen Komponenten enthält, kann hier für Windows XP Service Pack 3 heruntergeladen werden. Alternativ dazu findet sich das gleiche Archiv auch auf der Installations-CD unter SUPPORTTOOLS. Aber Achtung: das Archiv, bzw. dessen Inhalt, muss immer in der gleichen Version vorliegen, wie das installierte Betriebssystem! Wenn Ihr also eine Windows XP SP2 CD habt und aber Windows XP SP3 mit Sysprep vorbereiten wollt, müsst Ihr erst die aktuellste Version des Archives herunterladen. Unter Windows Vista findet man die sysprep.exe bereits auf dem Rechner im Windowsverzeichnis unter system32\sysprep. Da sich die weitere Vorgehensweise unter XP ab hier deutlich zum Vorgehen unter Vista unterscheidet, werde ich beide getrennt nacheinander beleuchten.

Sysprep unter Windows XP

Erstellen der Antwortdatei
Um unter Windows XP Sysprep überhaupt ausführen zu können, benötigt man eine Antwortdatei mit dem Namen sysprep.inf. Diese erstellt man am Besten mit dem ebenfalls in dem weiter oben erwähnten Archiv enthaltenen Setup Manager (setupmgr.exe). Diesen entpackt Ihr mit dem gesamten anderen Inhalt des Archives nach C:sysprep, da hier sowieso alle für sysprep benötigten Dateien liegen müssen. (Nur noch einmal zur Erinnerung: Ihr benötigt das Archiv und dessen Inhalt in der gleichen Version wie euer Betriebssystem!) Nach dem Entpacken sollte der Inhalt des Ordners C:\sysprep in etwa so aussehen:

 

entpackter Inhalt des Arhives deploy.cab

Aus diesem Ordner startet Ihr nun den Setup Manager, indem Ihr setupmgr.exe ausführt.

Setup Manager Begrüßung

Nach dem Bestätigen des Willkommensbildschirms wählt Ihr die Option “Create new”, wenn ihr noch keine Antwortdatei habt.

Setup Manager neue Datei

Im nächsten Dialog wählt Ihr “Sysprep Setup”, damit die Datei später auch mit Sysprep verwendet werden kann.

Setup Manager Sysprep Datei

Im Anschluss daran muss das installierte Betriebssystem ausgewählt werden.

Setup Manager Betriebssystemauswahl

Der nächste Schritt lässt Euch die Wahl, ob Ihr nach der Ausführung von Sysprep die EULA noch einmal bestätigen möchtet, oder ob Ihr ein Setup völlig ohne Benutzereingriff möchtet. Ich wähle in meinem Beispiel die zweite Option, da ich damit bessere Erfahrung gesamelt habe, als mit dem vollautomatisierten Setup

Setup Manager EULA

Nun seid Ihr an dem Punkt angelangt, an dem Ihr eurem Windows noch einige Option mitgeben könnt, die dann durch Sysprep verarbeitet werden.

Setup Manager Optionen

Zum Beispiel könnt Ihr einen neuen Produkt Key mitgeben, Computername und Administratorkennwort konfigurieren (welches wahlweise verschlüsselt oder unverschlüsselt in der Antwortdatei gespeichert werden kann), oder Druckertreiber installieren, die später vielleicht auf dem Computer benötigt werden. Auch habt Ihr die Möglichkeit, unter “Run Once” und “Additional Commands” Befehlszeilenaufrufe zu konfigurieren, die Beispielsweise ein bestimmtes Programm ausführen. Ein weiterer nützlicher Punkt verbirgt sich ebenfalls unter “Administrator Password”: die Möglichkeit, den Administrator x-mal nach dem Ausführn von Sysprep automatisch anmelden zu lassen. Das ist z.B. hilfreich, wenn man einen Nicht-Admin ohne Herausgabe des Adminpassworts einen Rechner erst umbenennen und dann in eine Domäne heben lassen will.

Wenn Ihr die Optionen nach euren Wünschen angepasst habt bestätigt Ihr diese über den Button “Finish” worauf sich das Fenster zum Speichern der eben erstellten Antwortdatei öffnet.

Setup Manager Speichern

Wenn Ihr nach meiner Anleitung vorgegangen seid, sollte der oben zu sehende Pfad für eure Datei vorgeblendet sein und Ihr könnt mit “OK” bestätigen und den Setup Manager schließen. In dem Ornder C:sysprep sollte sich nun eine weitere Datei mit dem Name sysprep.inf befinden.

Sysprep ausführen
Nachdem die Antwortdatei erstellt ist, könnt Ihr nun Sysprep durch den Aufruf von sysprep.exe (zu finden unter C:\sysprep) starten.

Sysprep Warnmeldung

Nachdem Ihr die Warnung bestätigt habt, gelangt Ihr zum einzigen Menü des System Preparation Tools.

Sysprep Menü

Hier ist es sehr wichtig, dass Ihr (sofern Ihr vorher festgelegt habt, dass noch einmal die EULA bestätigt werden muss) den Haken bei Use Mini-Setup setzt. Wird der Haken in diesem Fall nicht gesetzt, so kann es passieren, dass euer Windows nach dem Vorbereiten mit Sysprep nur noch mit Fehlermeldungen hochfährt.

Die anderen Optionen sind sicher selbsterklärend:

Don’t reset grace period for activation bewirkt, dass der Aktivierungszeitraum für Windows nicht wieder auf 30 Tage zurückgesetzt wird.

Don’t regenerate security identifiers verhindert, das beim Durchlaufen des Setupdie Windows-SID noch einmal neu generiert wird(siehe dazu der Anfang dieses Artikels).

Detect non-plug and play hardware ist nur dann auswählbar, wenn Ihr zuvor Mini-Setup aktiviert habt. Diese Option ermöglicht es zum Beispiel, mit einer fertigen Windowsinstallation von einem alten Rechner auf einen Neuen “umzuziehen”, da mit Aktivieren dieser Option nach dem Neustart die Hardware neu erkannt wird. Dies muss allerdings nicht in allen Fällen funktionieren und es wird unter Umständen die Installations-CD für Windows XP benötigt!

Shutdown mode ermöglicht Euch schlussendlich noch auszuwählen, ob der Rechner nach dem Vorbereiten mit Sysprep einfach nur herunterfahren, oder neustarten soll.

Habt Ihr die Optionen euren Anforderungen angepasst könnt Ihr Sysprep mit einem Klick auf den Button “Reseal” und dem Bestätigen einer letzen Warnmeldung freien Lauf lassen. Es erscheint kurz ein Fenster “Sysprep is working” und danach fährt euer PC herunter (sofern Ihr unter “Shutdown mode” nicht “Reboot” ausgewählt habt). Da ich bei mir die Option zum Neuerkennen der Hardware gesetzt hatte, verlangte das nach dem Neustart des Rechners startende Setup erst einmal nach einigen Dateien von der Windows XP CD, bevor ich den Willkommensbildschirm und anschließend die EULA zu sehen bekam.

Sysprep Setup Willkommensbildschirm

Nachdem ich dem Setup dann auch noch alle gefragten Daten wie Benutzerinformationen und Product Key gegeben habe, startete mein Testsystem noch ein letztes Mal neu und fuhr dann mit allen von mir vorgegebenen Einstellungen wieder ordnungsgemäß hoch.

Da die Abläufe nach dem Ausführen von Sysprep auch stark von Euren gewählten Optionen abhängen, kann ich an dieser Stelle nicht den einen richtigen Weg aufzeigen, dazu sind die Möglichkeiten einfach zu verschieden. Aber ich hoffee, dass Ihr mit dieser Anleitung einen ungefähren Wegweiser habt, wie die Abläufe rund um Sysprep unter Windows XP SP3 sind.

Weiter zu Seite 2 – Sysprep unter Windows Vista

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