Sysprep unter Windows Vista
Erstellen einer Antwortdatei
Im Gegensatz zur Vorgehensweise unter XP benötigen wir hier keine sysprep.inf. Sysprep arbeitet ab Windows Vista und Windows Server 2008 mit einer neuen Antwortdatei im XML-Format (in meinem Beispiel unattend.xml genannt). Diese kann man entweder mühselig und fehlerbehaftet per Hand erstellen, oder sich hier den Automated Installation Kit (AIK) für Windows Vista SP1 und Windows Server 2008 herunterladen (ca. 1,3 GB großes ISO-Image; funktioniert auch mit SP2) und installieren. Um diesen zu benutzen solltet Ihr auch noch die Datei install.wim von der Vista Installations-DVD aus dem Ordner sources auf eure lokale Festplatte kopieren.

Zur Erstellung der Antwortdatei öffnet Ihr nun über das Startmenü den Windows-Systemabbild-Manager (Windows System Imager; SIM) und wählt damit die zuvor kopierte install.wim und im Anschluss daran Version von Windows Vista aus, die Ihr konfigurieren möchtet.

Sollte an dieser Stelle eine Meldung erscheinen, dass keine Katalogdatei(en) gefunden wurde(n), erstellt ihr diese einfach, indem ihr die Meldung bestätigt. Ist dies auch erledigt, findet Ihr dann in dem Bereich “Windows-Abbild” unter “Components” alle Komponenten, die in die Antwortdatei übernommen werden können. Um diese zu erzeugen geht Ihr über “Datei” auf “Neue Antwortdatei…”, woraufhin der SIM Euch eine leere unattend.xml anlegt. Diese besteht aus sieben Kategorien, die für die einzelnen Vista-Installationsabschnitte stehen.

windowsPE legt Windows PE-spezifische Einstellungen fest, sowie von Installationseinstellungen (z.B. Partitionieren und Formatieren, Auswählen einer Partition, das Verwenden eines Product Keys und eines Administratorkennworts)
offlineServicing dient zur Anwendung der Einstellungen für eine unbeaufsichtigte Installation auf ein Windows-Offlineabbild. Hier können Sprachpakete, QFE-Updates (Quick Fix Engineering) und andere Pakete hinzufügt werden.
generalize wird von Windows Setup verwendet, um ein Windows-Referenzabbild zu erstellen, das im gesamten Unternehmen verwendet werden kann. Wenn ein System generalisiert wird, werden spezielle Konfigurationsdaten der grundlegenden Windows-Installation entfernt. So werden beispielsweise die eindeutige Sicherheits-ID (SID) und andere hardwarespezifische Einstellungen aus dem Abbild entfernt. Der Konfigurationsdurchlauf generalize wird nur ausgeführt, wenn man den Befehl sysprep /generalize verwendet.
specialize wendet computerspezifische Informationen für das Abbild an. Beispielsweise kann man Netzwerkeinstellungen, internationale Einstellungen sowie Domäneninformationen konfigurieren.
In der Phase auditSystem werden Einstellungen für eine unbeaufsichtigte Installation im Systemkontext verarbeitet. Unmittelbar darauf folgt die Phase auditUser, die zur Anwendung von Einstellungen im Benutzerkontext eingesetzt wird.
Unter oobeSystem werden die Einstellungen für den ersten Start durch den Endbenutzer konfiguriert (Windows-Willkommensseite). Die oobeSystem-Einstellungen werden vor der ersten Anmeldung eines Benutzers bei Windows verarbeitet.
Um nun Eigeschaften in der unattend.xml festzulegen sucht Ihr erst unter “Components” die entsprechende Komponente und fügt diese dann per Rechtsklick einem Abschnitt hinzu. Mit F1 könnt Ihr euch auch eine (englische) Beschreibung zu der gerade gewählten Komponente anzeigen lassen. Meine Beispiel-Antwortdatei sieht nun wie folgt aus:

Konfigurierte Werte werden in der Übersicht dunkelblau, nicht konfigurierte hellblau dargestellt. In meinem Beispiel habe ich die Firewall deaktiviert, OEM-Informationen hinzugefügt, ein Adminpasswort vergeben und einen neuen Nutzer mit Passwort angelegt. Aber eins nach dem anderen:
1 windowsPE
x86_Microsoft-Windows-Setup_neutral

3 generalize
x86_Microsoft-Windows-Shell-Setup_neutral > OEMInformation

5 auditSystem
x86_Microsoft-Windows-Shell-Setup_neutral > UserAccounts > AdministratorPassword

x86_Microsoft-Windows-Shell-Setup_neutral > UserAccounts > LocalAccounts

x86_Microsoft-Windows-Shell-Setup_neutral > UserAccounts > LocalAccounts > Password

Wenn Ihr eure Parameter soweit angepasst habt speichert Ihr die Datei unter einem beliebigen Namen (am besten direkt unter C: um später Fehler bei dem Dateipfad zu vermeiden). Unterkategorien, die Ihr nicht konfiguriert habt, werden beim Speichern automatisch aus der Antwortdatei entfernt. Ebenso werden eingetragene Passwörter beim Abspeichern verschlüsselt, Ihr solltet Sie euch also sicherheitshalber notieren, da Sie nicht wieder unverschlüsselt dargestellt werden können. Ist das geschehen, kann Sysprep ausgeführt werden.
Sysprep ausführen
Syprep wird unter Vista am Besten über die Kommandozeile aufgerufen (zu finden unter C:\Windows\System32\sysprep), da nur so die Angabe einer Antwortdatei möglich ist. Dazu stehen verschiedene Parameter zur Verfügung. Hier die Sysprep-Syntax:
sysprep.exe [/oobe | /audit] [/generalize] [/reboot | /shutdown | /quit] [/quiet] [/unattend:<Pfad>Antwortdatei]
/audit startet den Computer im Überwachungsmodus neu. Mit dem Überwachungsmodus kann man Windows zusätzliche Treiber oder Anwendungen hinzufügen. Außerdem kann eine Installation von Windows getestet werden, bevor diese an einen Endbenutzer weiter gegeben wird.
Wenn eine Datei für die unbeaufsichtigte Installation angegeben ist, führt der Überwachungsmodus von Windows Setup die Konfigurationsphasen auditSystem und auditUser durch
/generalize bereitet die Abbilderstellung der Windows-Installation vor. Wenn diese Option angegeben wird, werden alle eindeutigen Systeminformationen aus der Windows-Installation entfernt. Die Sicherheits-ID (SID) wird zurückgesetzt, alle Wiederherstellungspunkte sowie Ereignisprotokolle werden gelöscht.
Beim nächsten Starten des Computers wird die Konfigurationsphase specialize ausgeführt. Es wird eine neue Sicherheits-ID (SID) erstellt und die Uhr für die Windows-Aktivierung zurückgesetzt, wenn die Uhr nicht bereits drei Mal zurückgesetzt wurde.
/oobe startet den Computer im Modus der Windows-Willkommensseite neu. Mit Hilfe der Windows-Willkommensseite können Endbenutzer ihr Windows-Betriebssystem anpassen, Benutzerkonten erstellen, einen Namen für den Computer festlegen und andere Aufgaben durchführen. Alle Einstellungen in der Konfigurationsphase oobeSystem einer Antwortdatei werden unmittelbar vor dem Start der Windows-Willkommensseite verarbeitet.
/reboot startet den Computer neu. Diese Option wird verwendet, um den Computer zu überwachen und um sicherzustellen, dass die Erstausführung korrekt funktioniert.
/shutdown fährt den Computer nach Beenden von Sysprep herunter.
/quiet führt Sysprep ohne Anzeige von Bestätigungsmeldungen auf dem Bildschirm aus.
/quit schließt Sysprep nach dem Ausführen der angegebenen Befehle.
/unattend:Antwortdatei.xml wendet Einstellungen in einer Antwortdatei während der unbeaufsichtigten Installation auf Windows an.
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18 Kommentare
5 Pings
Jürgen Kaphengst sagt:
16. September 2008 von 17:24 (UTC 1 )
Hi Daniel,
sehr hilfreich, danke! Habe bislang nur die fertigen und nicht sehr hilfreichen xml-Dateien gefunden.
Was mir noch gar nicht klar ist: Kann ich ein “Vista Server”-System komplett einrichten (Office, Tools etc installieren) und das komplette System gesysprepped bereitstellen wie das mit Server 2003 möglich war?
Grüße,
Jürgen
Daniel sagt:
16. September 2008 von 18:10 (UTC 1 )
Hi Jürgen,
Ja, du kannst ein System komplett mit Software versehen, einrichten und mit Sysprep bereitstellen.
Ilona sagt:
5. Oktober 2008 von 15:57 (UTC 1 )
Hallo, Daniel,
schöne Erläuterung, ich warte nun ungeduldig auf die Erklärung für Windows XP SP3 ;o)
Donder sagt:
11. Oktober 2008 von 20:09 (UTC 1 )
simply RESPECT.
Gerhard RIEPLE sagt:
19. Juli 2009 von 18:21 (UTC 1 )
…Vielen Dank für Deine Mühe; denke mir wird viel Zeit erspart und ich gewinne Erfahrung im Umgang mit…
Muß einen gleichen Computer für meine Tochter einrichten.
Gruß Gerhard
joe sagt:
3. August 2009 von 16:24 (UTC 1 )
… danke für Deine ausführliche Beschreibung! Zusatzfrage zu srv2008 und /oobe – ist die Antwortdatei generell notwendig?
Möchte eigentlich nur für hyper-v ein aktuelles 2008 vhd als Template dahinlegen, würde gerne sysprep mit /ooobe /generalize fahren… Eine Antwortdatei brauche ich eigentlich nicht… sofern sie nicht gewünscht wird…
Daniel sagt:
5. August 2009 von 12:54 (UTC 1 )
Die Antwortdatei wird nicht zwingend benötigt, du kannst deinen Durchlauf also auch ohne fahren.
Tarek sagt:
18. August 2009 von 13:04 (UTC 1 )
Gibt es auch schon ein AIK für Windows Vista Sp2?
Daniel sagt:
18. August 2009 von 16:42 (UTC 1 )
Für Vista SP2 gibt es keinen neuen AIK, der für SP1 funktioniert auch mit SP2.
asseeger sagt:
5. Dezember 2009 von 10:45 (UTC 1 )
Super Erklärung, vielen Dank für Deine Mühen!
Mohne sagt:
25. Februar 2010 von 12:44 (UTC 1 )
Vielen Dank! Meine letzte Erfahrung mit Sysprep war zu NT Zeiten und die Erinnerung daran recht verschwommen. Deine super Erklärung hat mir gerade richtig viel Zeit gespart.
Gruß!
Jürgen sagt:
7. April 2010 von 07:40 (UTC 1 )
Hallo Daniel. Vielen Dank ! Deine Anleitung hat mir sehr geholfen. Obwohl ich in Hardware Sachen ganz gute Kenntnisse habe, ging mein erster Versuch in die Hose. Beim zweiten anlauf mit Sysprep habe ich mich an deiner Anleitung gehalten : und es hat prompt funktioniert. Nochmals besten Dank ! Gruß Jürgen
Georg Dürrbeck sagt:
1. August 2010 von 21:56 (UTC 1 )
Hallo Daniel,
vielen Dank für die absolut präzise “Anleitung”.
Konnte mir dadurch einen komplette Neuinstallation (WIN XP mit SP3) und aller Anwendungen sparen. Ich musste ein Acronis Abbild meines ersten Notebook auf ein zweites 1 zu 1 übertragen. Habe natürlich die original XP CD und den Key bei mir.
Nun läuft der zweite Laptop wie der erste und ich kann ruhig schlafen, da eine legale 2. Version aktiviert worden ist. Und das ganze in 30 Minuten.
Wenn ich deine Seite früher gefunden hätte, wäre mir einiges an Recherche im Netz erspart geblieben.
Tausend Dank.
Carsten Hensel sagt:
19. November 2010 von 12:30 (UTC 1 )
Hallo Daniel!
Danke für Dein How-To. Eine Frage stelle ich mir noch: Wie verhält sich eigentlich das ge-sysprep-te System nach dem nächsten Neustart?
Ich möchte unter VirtualBox eine virtuelle Master-Installation pflegen und davon dann bei Bedarf weitere virtuelle Klone erzeugen. Muss ich auf dem Master nach dem sysprep-en dann die gleichen Schritte durchlaufen wie beim ersten Start der Klone? Also beim nächsten Neustart die beim System Manager offen gelassenen Punkte eintragen.
Gruß
Carsten
Angel sagt:
15. Januar 2011 von 13:33 (UTC 1 )
Hab ein großes Problem :/
Naja erstmal erklassiger Beitrag bekommst eine satte 1+^^
Also mein Problem ist das Windows XP Home SP3 mit allen
Updates installiert habe & ein Image machen möchte.
Problem ist aber das ich NICHT den dummen Hacken setzten
kann auf “Mini-Setup”. Der ist grau hinterlegt…
Hab sysprep von der Originale CD benutzt.
Hmm weiter angaben fallen mir gerade nicht ein die wichtig sind.
Gez.: Angel
Angel sagt:
15. Januar 2011 von 14:59 (UTC 1 )
Hm hab es über CMD ausprobiert.
sysprep.exe -mini
Windows sagt mir dann…:
mini-setup is not available for personal edition
Liegt das daran das ich alle Windowsupdates gemacht hab?
Das kann doch nicht sein?!
Ich verzweifel langsam…
Gez.: Angel
joemc26 sagt:
2. Februar 2011 von 16:48 (UTC 1 )
Coole Beschreibung Danke
Dirk Franke sagt:
27. Oktober 2011 von 10:11 (UTC 1 )
danke für die tolle anleitung
CPU-/Mainboard-Tausch - bestehende XP-Installation behalten - WinBoard - Die Windows Community sagt:
9. Dezember 2009 von 15:22 (UTC 1 )
[...] 1. Backup machen (Image/Datensicherung auf ext. Platte). 2. System mit sysprep vorbereiten (nach dieser bzw. dieser Anleitung). 3. Harware-Tausch. 4. Neustart. Funktioniert das so, spricht da etwas [...]
Wds - Seite 3 - Forum Fachinformatiker.de sagt:
12. Mai 2010 von 07:01 (UTC 1 )
[...] [...]
Anonymous sagt:
15. September 2010 von 11:58 (UTC 1 )
[...] [...]
Win7 Anmeldeinfos etc. - Windows 7 Installation & Upgrade sagt:
11. Oktober 2010 von 17:41 (UTC 1 )
[...] [...]
Aktivierung Administratorkonto mit Sysprep - Windows 7 Allgemeines sagt:
13. Oktober 2010 von 11:24 (UTC 1 )
[...] AW: Aktivierung Administratorkonto mit Sysprep Vielleicht hilft Dir dies weiter : Arbeiten mit Sysprep | Daniels Blog [...]