Ich hatte auf Arbeit kürzlich zum ersten Mal mit Sysprep zu tun, einem Microsoft Tool zur Vorbereitung eines Standardimages für mehrere PCs. Vielleicht fragt sich jetzt jemand, warum ich dazu Sysprep benötige – ein normales Imaging-Programm würde es doch auch tun!? Das ist eben leider nicht ganz richtig. Der Hintergrund ist der, dass Windows bei der Installation eine (höchstwahrscheinlich) einmalige SID anlegt, anhand der die Windowsinstallation identifiziert werden kann. Zieht man nun von einer Windowspartition ein Image und spielt dieses auf einem anderen Rechner wieder ein, so haben beide Rechner dieselbe SID. Was daran so schlimm ist? Unter Umständen kann dies in einer Active Dirctory-Struktur zu Problemen führen. Aber in meinen Augen wesentlich schwerwiegender ist, dass man sich so Zugang zu Daten verschaffen kann, die einem eigentlich verwehrt bleiben sollten. Denn Windows generiert beim Anlegen eines neuen Nutzers eine ID für diesen. Dazu benutzt es die SID der Windowsinstallation und eine fortlaufende Nummer. Legt man nun auf Rechner eins und zwei zusätzlich zum Administrator neue Nutzer mit unterschiedlichen Namen an, so haben beide trotzdem dieselbe ID. Und wer nun noch weiß, dass Windows Nutzer beim Überprüfen von Zugriffsberechtigungen nicht anhand ihres Namens, sondern anhand ihrer ID identifiziert, der kann sich sicherlich auch denken, wo das Problem liegt.
Aus diesen Gründen musste bei uns also Sysprep zum Einsatz kommen. Allerdings hatten weder ich noch meine Kollegen Erfahrungen mit diesem Tool, also habe ich mich erst einmal im Internet schlau gemacht und mir dann einen XP-Rechner vorgenommen, den mein Kollege gerade in mühevoller Kleinstarbeit frisch aufgesetzt hatte. Was natürlich gründlich in die Hose ging. Sysprep drauf gepackt, sysprep.inf erstellt, Sysprep gestartet und damit die Windowsinstallation zerschossen. Beim Neustart nach dem “sysprepen” bekam ich die Fehlermeldung, dass Windows nicht richtig installiert sei. Ein ganzer Tag Arbeit meines Kollegen im Eimer… Erst der zweite Anlauf und einige Anleitungen mehr brachten den gewünschten Erfolg. Und der konnte sich dann auch wirklich sehen lassen. Das System durchfuhr nach dem ersten Booten nochmal ein Minisetup und zeigte sich dann mit den in der sysprep.inf angegebenen Parametern wie Adminpasswort, Bildschirmauflösung, Rechnername etc. Sogar die eingestellte automatische Anmeldung des Admins bei den ersten beiden Bootvorgängen funktionierte einwandfrei. Sehr geniales Tool – danke Microsoft!
Und damit ihr nicht über die selben Fehler wie ich stolpert, hier kurz die wichtigsten Punkte, auf die ihr beim Einsatz von Sysprep unter Windows XP achten solltet:
- Sysprep muss zwingend in der gleichen Version wie das installierte Betriebssystem vorliegen
- alle für Sysprep nötigen Dateien müssen unter C:sysprep liegen
- wenn ihr in der Sysprep.inf angebt, dass es sich um eine Systemvorbereitungsinstallation handelt (der Nutzer also die EULA bestätigen muss), müsst ihr in Sysprep auch den Haken “Miniinstallation verwenden” setzen
- zieht euch vorsichtshalber ein Image von eurem Musterrechner, bevor ihr Sysprep benutzt
Ich hoffe ihr seid damit erfolgreich
Ein ausführliches Tutorial zum Thema Sysprep findet ihr hier.








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