Ich habe kürzlich auf Arbeit mit einem Kollegen (mal wieder) über Sinn oder Unsinn einer Umstellung von XP auf Vista diskutiert. Wir nutzen beide selber sowohl XP, als auch Vista zu Hause auf unseren Rechnern. Wir haben also den direkten Vergleich. Und als ich dann Ricos Post bezüglich seines Mausproblems gelesen habe, hat mich das dazu veranlasst, auch mal kurz meine Meinung zu Vista kund zu tun.
Das erste und augenscheinlichste Argument für Vista ist natürlich die neue Oberfläche Aero. Noch nie zuvor war Windows so attraktiv wie heute! Aber leider ist sie auch mitverantwortlich für ein großes Gegenargument gegen Microsofts aktuelles Betriebssystem: der enorme Ressourcenhunger. Und 600 MB RAM im Leerlauf ist schon ein ziemlicher Brocken, das muss man zugeben. Aber wie sieht es denn mit den Dingen aus, die einem nicht gleich so ins Auge stechen?
Mein größtes Argument ist immer wieder die Sicherheit, die mit Windows Vista durch UAC und Virtualisierung enorm gestiegen ist. Schon oft habe ich mir gewünscht, dass manch einer meiner Bekannten oder Verwandten endlich auf Vista umsteigt, damit ich mich nach rätselhaften Fehlfunktionen nicht mehr mit überschriebenen Systemdateien und ähnlichem rumärgern muss. Endlich ist es Software nicht mehr ohne größte Anstrengungen möglich, sich sonst wie tief ins System zu bohren (was vernünftige Software ja eigentlich sowieso nicht tun sollte). Auch wenn die Benutzerkontensteuerung manchmal eins, zwei Abfragen zuviel bringt, so hat sie – finde ich – doch ihre Berechtigung, denn jetzt kann ich endlich vernünftig in einem Windows ohne Adminrechte arbeiten.
Aber auch vom Bedienkomfort her hat sich meiner Meinung nach vieles in die richtige Richtung bewegt. So finde ich z.B. das kleine Suchfeld im Startmenü unheimlich praktisch – auch wenns nur von Mac OS abgekupfert ist. Generell finde ich, ist Windows Vista für Einsteiger wesentlich intuitiver und leichter zu bedienen.
Klar gibt es hier und da immer mal wieder Problemchen, aber wenn man mal an XP zurückdenkt – das war ja bis Service Pack 2 eigentlich nicht vernünftig zu gebrauchen. Und wenn man mal vergleicht, hatte XP mit wesentlich mehr Kinderkrankheiten zu kämpfen als sein Nachfolger. Die meisten Probleme die mit Hardware bzw. Treibern auftreten sind sowieso eher auf eine schlechte Programmierung zurück zu führen als auf Version 6 der Windows NT-Linie. Die Hardwarehersteller hatten inzwischen nunmehr über anderthalb Jahre Zeit, ihre Treiber ordentlich zu programmieren…
Und damit ihr seht, dass ich nicht von Microsoft gesponsort werde, hier noch ein Tipp an alle Gamer die keinen Rechner der Klasse 2000€+ besitzen: bleibt bei XP. Die Performance der meisten Spiele bleibt auf gängiger Hardware unter Vista hinter der von XP zurück. Denn das ist ein Problem, dass man auch mit Service Pack 1 noch nicht beseitigen konnte: die Performance könnte wirklich noch einen Ticken besser sein…
Weil mich auch interessiert, wie ihr darüber denkt habe ich in der Sidebar meines Blogs einen neuen Poll eingerichtet. Und natürlich dürft ihr diesen Post auch gerne kommentieren
2 Kommentare
Rico sagt:
17. April 2008 von 21:44 (UTC 1 )
Nur warum schafft es Microsoft das verschiedene Dinge nach einem Update einfach nicht mehr funktionieren die vorher gingen…
Ich glaube ja persönlich das bei MS Praktikanten einfach Updates veröffentlichen
Daniel sagt:
17. April 2008 von 21:52 (UTC 1 )
Solche “Updates” gab es auch bei XP – und ich gehe davon aus, dass es nicht das Letzte dieser Art war
Bei Winfuture stand übrigens ein Artikel dazu.