Seit letzter Woche Dienstag läuft auf meinem Notebook und meinem PC der RC von Windows 7. Da ich bereits die öffentliche Betaversion getestet hatte, sind mir viele Funktionen schon bekannt. Deshalb konzentriere ich mich bei dem RC jetzt auf die wenigen Änderungen, die im Vergleich zur Beta noch mit eingeflossen sind. Zum Beispiel dem neuen XP-Modus (XPM). Mit dem XPM will Microsoft die Abwärtskompatibilität seines neuen Betriebsystems für ältere Anwendungen im Vergleich zum bisher bekannten Kompatibilitätsmodus stark verbessern. Dazu greifen die Redmonder auf eine völlig andere Strategie zurück. Den Anwendungen wird nun nicht mehr nur ein älteres Betriebssystem vorgegaukelt. Stattdessen werden die Applikationen direkt in einer virtuellen XP-Maschine ausgeführt und integrieren sich dabei beinahe nahtlos in Windows 7.
Bevor man den XPM nutzen kann, müssen allerdings erst die dafür nötigen Komponenten heruntergeladen werden. Zuerst benötigt man den ca. 4,5 MB großen Installer für die neue Virtual PC-Version und danach das Paket mit dem bereits von Microsoft vorkonfigurierten virtuellen Windows XP SP3 (ca. 450 MB). Beide Pakete können hier heruntergeladen werden.
Nach der Installation von Virtual PC muss der Rechner erst einmal neu gestartet und anschließend die virtuelle Maschine installiert werden. Ist das geschafft, kann man den virtuellen Rechner über den Ordner “Virtuelle Computer” in den eigenen Dateien verwalten und das erste Mal starten. Allerdings geht es dann nicht gleich los, sondern man bekommt einen Statusbalken zu sehen, während das System und die VM für die erste Verwendung des XPM vorbereitet werden. Eine gefühlte kleine Ewigkeit später präsentiert sich der gestartete virtuelle Rechner mit gewohnter XP-Optik und es kann damit begonnen werden, Anwendungen in die VM zu installieren. Ich habe auf die Schnelle den Firefox installiert und die VM dann gleich wieder heruntergefahren. Der Browser war gleich nach der Installation in meinem Windows 7 Startmenü zu sehen, worüber ich ihn dann auch gestartet habe. Und hier musste ich leider eine große Enttäuschung erleben. Microsofts Aussage, dass man den Start der VM beim Aufruf einer virtualisierten Applikation im XPM kaum merkt, kann ich leider nicht bestätigen. Der Start der Anwendung dauert zwischen 10 und 30 Sekunden. In der Zwischenzeit bekommt man einen Ladebalken zu sehen, während die virtuelle Umgebung initialisiert wird.
Ist die Anwendung im XPM gestartet, fühlt sich das Ganze – abgesehen von vereinzelt auftretenden Rucklern – recht flüssig an. Überrascht war ich, als im Infobereich meiner Windows 7 Taskleiste plötzlich eine Updatemeldung und das Sicherheitscenter des virtuellen Windows XP auftauchten. Die Laufwerke des Hostsystems werden in der VM zusätzlich zu den Laufwerken des virtuellen Rechners eingeblendet, was unbedarfte Nutzer erst einmal verwirren könnte. Auch an der Darstellung der virtualisierten Anwendungen in der Taskleiste könnte Microsoft noch etwas feilen, da dort lediglich der Titel der Anwendung ohne der in Windows 7 sonst üblichen Minivorschau dargestellt wird. Aber da es sich bei dem zu Grunde liegenden Virtual PC noch um eine Betaversion handelt gehe ich davon aus, dass noch die eine oder andere Verbesserung bis zur finalen Version einfließen wird.
Alles in allem finde ich den XPM in Windows 7 gelungen. Microsoft ist tatsächlich ein großer Schritt in Sachen Anwendungskompatibilität gelungen. Auch wenn es an verschiedenen Ecken noch Verbesserungspotential gibt, sollten viele ältere Anwendungen ohne große Probleme auf diesem Weg auch unter Windows 7 zum Laufen zu bringen sein. Allerdings sollte sich der Nutzer immer vor Augen halten, dass die im XPM ausgeführten Programme nur unter dem virtuellen Windows XP laufen und nicht Windows 7. Es wird also z.B. nicht funktionieren, die Lieblingsfirewall, die unter Windows 7 nativ nicht läuft, einfach im XPM auszuführen um den ganzen Rechner zu schützen, da diese dann lediglich den Netzwerktraffic der VM filtert.
- XPM erster Start
- Verwaltung Virtual PC
- XPM im Startmenü
- Applikationsstart
- Virtuallisierter Firefox
- Laufwerksintegration














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