Seit Montag zeigte meine 1TB-Platte von Samsung (HD103UJ) Ausfallerscheinungen. Windows hängte sich beim Kopieren auf, aus meinem PC kamen immer merkwürdigere Geräusche. Die Fehlerursache vermutete ich gleich bei einer der eingebeuten Festplatten, also machte ich mich an die Diagnose. Zuerst habe ich die windowseigene Datenträgerüberprüfung bemüht, was leider keine Ergebnisse zum Vorschein brachte. Checkdisk war der Meinung, dass meine Festplatten in Ordnung seien. Also habe ich etwas tiefer gegraben und mir die SMART-Attribute jeder einzelnen Platte vorgenommen. SMART ist eine Technologie zur Selbstüberwachung, die heutzutage in allen Festplatten implementiert ist. Als Tool habe ich dazu die kostenlosen smartmontools für Windows von Sourceforge verwendet. Damit kann man auch unter Windows 7 ohne Probleme die SMART-Attribute von Festplatten auslesen, woran andere Programme, die unter XP noch liefen, unter Microsfts aktuellem Betriebssystem scheiterten.
Mit dem Befehl smartctl -A sdx -d ata habe ich nacheinander alle drei Festplatten ausgelesen (x steht dabei für die jeweilige Festplatte). Zur Auswertung betrachtet man nur die Werte von VALUE (aktueller Wert), WORST (schlechtester Wert bisher) und THRESH (vom Hersteller gesetzte Grenze, bei deren Unterschreiten das Medium als nicht mehr zuverlässig/gefährdet gilt). Je höher der Wert, desto besser ist er zu bewerten. Mit Erstaunen musste ich dabei feststellen, dass nicht meine mittlerweile drei Jahre alte Systemplatte, sondern die noch relativ frische 1TB-Datenplatte betroffen war. (Siehe Screenshot, Klicken zum Vergrößern)
Der Grenzwert von Raw_Read_Error_Rate (nicht korrigierbare Fehler beim Lesen) war bereits unterschritten und die anderen Werte für Lesefehler wiesen auch auf ein Problem hin – meine Festplatte würde bald den Geist aufgeben. Also habe ich bei meinem Internethändler des Vertrauens schnell eine neue (und bei der Gelegenheit auch gleich größere) Platte bestellt, den PC ausgeschaltet und gewartet. Bis Dienstag, da wurde die neue Festplatte glücklicherweise schon geliefert. Schnell eingebaut und Daten kopiert… Wäre es mal so einfach gewesen. Einbau war natürlich kein Problem, aber beim Kopieren hängte sich Windows regelmäßig auf. Naja, vielleicht kann hier ja die bootfähige CD von Acronis TrueImage weiterhelfen? Konnte Sie nicht. Acronis erkannte nur eine einzige von nun vier Platten. Blieb mir also nur noch ein Versuch mit KNOPPIX. Und der führte dann zum Erfolg. Zwar auch erst im zweiten Anlauf (beim ersten habe ich eine zu alte Distribution verwendet, die von meinem System nicht booten wollte) und nach vielen Stunden geduldigen Wartens auf das Ende des Kopiervorgangs, aber immerhin…
Die quasi defekte Festplatte hat noch Garantie, also habe ich mir den Spaß gemacht und sie nach dem Ausbau nochmal über eSATA angebunden und lasse sie seitdem mit Daten befeuern. Wenn das gute Stück dann ganz hinüber ist, werde ich sie als Garantiefall einschicken. Der Sinfonie aus Krack-, Ratter- und Schleifgeräuschen, die die ganze Zeit an mein Ohr dringen, nach zu urteilen, sollte das wohl bald der Fall sein ;-)









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