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Jan
17

Windows 7 Beta 1 (Build 7000) im Test

Ganz ehrlich – ich hätte letzten Freitag Abend nicht mit den Server-Administratoren bei Microsoft tauschen wollen. Offensichtlich hatte in Redmond niemand mit einer derart großen Nachfrage nach der ersten öffentlichen Betaversion von Microsofts Vista-Nachfolger gerechnet. Dementsprechend waren die Download-Server auch nach kurzer Zeit völlig überlastet, sodass man sich bei Microsoft dazu gezwungen sah, den Download vorübergehend wieder vom Netz zu nehmen. Erst Samstag Nachmittag war der Download dann wieder verfügbar. Und es gab auch gleich noch eine gute Nachricht: das eigentlich erst angegebene Download-Limit von 2,5 Millionen hat Microsoft kurzerhand gekippt, sodass sich nun jeder Interessierte bis zum 24. Januar eine Kopie der Beta 1 von Windows 7 bei Microsoft herunterladen kann – unabhängig von den bereits insgesamt getätigten Downloads.

Auch ich habe mir die deutschsprachige Version von Windows 7 Beta 1 64-Bit heruntergeladen und auf meinem Notebook installiert. Und was soll ich sagen – ich war schier überrascht, wie stabil das System bereits läuft (man beachte, dass es sich hier noch um die Beta 1 handelt!) und vor allem, dass es trotz dieses noch recht frühen Stadiums keine Kompatibilitätsprobleme mit meiner Notebook-Hardware gab und es sich bereits schneller und flüssiger anfühlt als sein Vorgänger, Windows Vista. Denn wie die Versionsnummer 6.1.7000 schon vermuten lässt: im Kern handelt es sich um ein aufgebohrtes Vista! Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Einstieg
Die Installation war nach einer knappen halben Stunde abgeschlossen und zeigte im Vergleich zu Viste keine Neuerungen außer, dass die langwierige Leistungsbewertung des Computers nicht mehr vorhanden ist. Danach begrüßte mich der neue Startbildschirm, der nun endlich ohne Ladebalken mit einem wesentlich freundlicheren, animierten Motiv in Form des Windows Logos daherkommt (siehe Galerie). Auch der Hintergrund des Anmeldebildschirms wurde dem “neuen” Windows 7-Design angepasst.

Superbar
Die neue Superbar, welche die Task- und Schnellstartleiste ersetzt, bringt einige neue Features mit sich. So kann man beispielsweise via Rechtsklick auf ein in der Superbar abgelegtes Programmsymbol (welches früher in der Schnellstartleiste gelandet wäre) zusätzliche Funktionen für dieses Programm, sowie die zuletzt damit geöffneten Dateien abrufen, sofern dies von dem Programm unterstützt wird. Ist das Programm gerade geöffnet und man bewegt die Maus auf das Prorgammsymbol in der Superbar, erscheint wie bei Vista ein kleines Vorschaufenster – beim Internet Explorer werden alle offenen Tabs in der Vorschau angezeigt. Neu ist, dass wenn man die Maus auf das Vorschaufenster bewegt, das entsprechende Fenster auf dem Bildschirm im Vordergrund erscheint und, wenn man die Maus wieder wegbewegt, wieder im Hintergrund verschwindet. Auch der Button “Desktop anzeigen” ist nicht mehr an der gewohnten Stelle. Man findet ihn nun am ganz rechten Rand der Superbar. Bewegt man die Maus darauf, werden alle Fenster ausgeblendet und der Desktop angezeigt. Bewegt man die Maus wieder weg, erscheinen alle Fenster wieder auf dem Bildschirm.

Startmenü
Das Startmenü bekam ebenfalls eine kleine Politur verpasst. So findet man nun beispielsweise das Standardmailprogramm und den Standardbrowser nicht mehr oben in der Programmliste. Dafür hat man (ähnlich wie in der Superbar) nun die Möglichkeit, sich zusätzliche Funktionen zu den Programmen, oder die zuletzt dait geöffneten Dateien anzeigen zu lassen. Auch wurde der Button zum direkten Abmelden/Sperren des Computers entfernt und in das kleine PopUp-Menü neben dem Herunterfahren-Button verbannt.

Windows Aero / Oberfläche
Die Aero-Oberfläche dürfte allen bereits hinlänglich aus Vista bekannt sein und wurde für Windows 7 noch ein klein wenig angepasst. Fensterumrandungen und die Superbar bleiben nun selbst im Vollbildmodus durchsichtig. Zieht man ein Fenster an den linken oder rechten Bildschirmrand, so wir das Fenster auf die entsprechende Bildschirmhälfte maximiert. Zieht man das Fenster an den oberen Bildschirmrand, wird es auf den ganzen Bildschirm maximiert. Zieht man das Fenster wieder von den Bildschirmränder weg, nimmt es seine ursprüngliche Größe an. Kleine Detailveränderungen sind auch in den Explorerfenstern zu finden.

Bibliotheken
Nutzer von Windows 7 haben die Möglichkeit, ihre Dateien in sogenannten Bibliotheken zusammeln. So findet man z.B. in der Bibliothek “Bilder” alle zugeordneten Bilder, unabhängig von deren Speicherort auf dem Computer.

User Account Control (Benutzerkonstensteuerung)
Die unter Vista oft gescholtene Benutzerkontensteuerung wurde für Windows 7 ebenfalls weiter entwickelt . Mit einem Schieberegler kann man nun die Empfindlichkeit einstellen, bzw. die UAC ganz deaktivieren. In der Standardeinstellung wird der Nutzer schon wesentlich seltener gefragt als unter Vista.

Sidebar / Gadgets
Die mit Vista eingeführte Sidebar ist ebenfalls aus Windows 7 verschwunden, allerdings können die Gadgets weiter genutzt werden. Sie können nun frei auf dem Bildschirm positioniert, oder an den Bildschirmrändern fixiert werden.

Windows Live
Microsoft hat sich dazu entschieden, einige Programme nicht von Vista nicht mit zu übernehmen. So sind Windows Mail, Windows-Kalender, Windows-Fotogallerie und Windows Movie Maker keine Bestandteile mehr von Windows 7. Diese können aber teilweise durch Windows Live-Programme ersetzt werden, wie z.B. Live Mail oder Live Fotogalerie. Diese Programme stehen auf der Windows Live-Seite zum freien Download zur Verfügung.

Heimnetzwerk
Die Einrichtung von Heimnetzwerken wurde unter Windows 7 vereinfacht. User können über das Netzwerk- und Freigabecenter einstellen, welche Ressourcen sie anderen Windows 7-Rechnern freigeben möchten.

DirectX 11 / IE 8 / WMP 12
Windows 7 beinhaltet neue Versionen von DirectX, des Internet Explorers und des Windows Media Players, wobei die Version 8 des IE sich noch im Beta-Stadium befindet.

Performance / Akkulaufzeit
Im Vergleich zu Windows Vista ist es Microsoft gelungen, die gefühlte Performance von Windows 7 deutlich zu steigern und dabei die Akkulaufzeit von Notebooks trotzdem zu verlängern. Dazu bringt Windows 7 neue Energiesparfunktionen mit, die dem Akku ein längeres Durchhaltevermögen bescheren – in meinem Fall machte dies ca. 15 % aus.

Sicherlich mag der eine oder andere auch in dieser Auflistung wieder ein paar Dinge finden, die er für unnütz hält – aber daran hat man sich bei Windows ja nun mittlerweile gewöhnt. Ich für meinen Teil halte die Änderungen durchaus für sinnvoll, gerade wenn man betrachtet, was im Vergleich zu Vista endlich an überflüssigem Ballast entfernt wurde. Und immerhin: Die größten Kritikpunkte an Vista (Performance, UAC) sind bereits jetzt in der Windows 7 Beta ausgemerzt!

Alles in allem hinterlässt die Betaversion einen recht ordentlichen Eindruck. Sicherlich hakt es noch ein einigen Stellen, aber im Großen und Ganzen hat Microsoft bis hier hin sehr gute Arbeit geleistet. Und da davon auszugehen ist, dass sich die Performance sogar noch ein Bisschen verbessert, dürfte Windows 7 nach seinem Erscheinen das gelingen, woran Vista gescheitert ist: Windows XP abzulösen. Aber erst einmal bin ich auf den Release Candidate im April gespannt!

2 Pings

  1. Olli's Blog sagt:

    Windows 7 – das bessere Vista?…

    Geben wir zu, Windows Vista ist nicht das, was es laut Microsoft hätte sein sollen. Die tollen Verkaufszahlen basieren zu 80% auf Installationen, wo der Kunde zwischen Vista und XP wählen durfte oder nach Erwerb einer Downgradelizenz lieber den gutsi…

  2. Christians Blog sagt:

    Windows 7 Bericht…

    Hier noch ein lesenswerter Bericht zu Windows 7
    (Vista überspringe ich.)

    ……

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