Gestern Abend war auf Golem zu lesen, dass Microsoft Windows 7 in der EU nun doch mit dem Internet Explorer ausliefern will – und zusätzlichen Alternativen wie Firefox oder Opera. Der mündige Nutzer soll nun mithilfe eines Auswahlbildschirms entscheiden können, welchen Standardbrowser er nutzen möchte. OEM-Hersteller sollen selber entscheiden können, welchen Browser sie auswählen. Vorausgesetzt, die EU-Kommission stimmt dem Vorschlag Microsofts zu. Ursprünglich war geplant, aufgrund des Kartellstreits mit der Europäischen Kommission, Windows 7 in der EU ohne installierten Internet Explorer auszuliefern. Dieser sollte, sofern gewünscht, von DVD nachinstalliert werden können.
Was mich bei diesem Thema immer wieder beschäftigt, ist die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Mal ehrlich, die OEM-Hersteller werden wohl kaum in großem Stil vom IE als Standardbrowser abrücken. Und wieviele der Kunden, die einen Komplett-PC kaufen, werden sich wohl einen anderen Browser installieren? Für alle die sich auch nur halbwegs mit Computern auskennen, wird das kein Problem sein. Aber das war es jetzt auch schon nicht. Klar, wer nur ein Bisschen im Netz surfen will, der könnte auch gut und gerne auf den IE verzichten. Aber wer z.B. OnlineBanking mit Starmoney betreiben möchte, wird um den IE nicht drumherum kommen, da Starmoney dessen Engine benutzt – wie einige andere Programme auch. Genauso setzen auch Video-OnDemand-Dienste wie Maxdome aus lizenzrechtlichen Gründen den IE voraus. Daher wage ich zu bezweifeln, dass der gewöhnliche Standardnutzer vom IE abweichen wird, den ihm die OEM-Hersteller aus eben genannten Gründen auch weiterhin als Standardbrowser installieren werden. Und somit wird wohl auch die EU-Kommision ihr Ziel, den Browsermarkt für Alternativen zum IE weiter zu öffnen, auf diesem Wegwohl nicht erreichen können. Das hat im Übrigen schon beim Windows Mediaplayer nicht funktioniert.
Und bevor nun jemand auf die Idee kommt, mir Befangenheit oder Sponsoring durch Microsoft zu unterstellen: mein Standardbrowser heißt Firefox